Menne Im Raps
Wappen Menne
Heimatverein Menne e.V.

Das 20. Jahrhundert

Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde von den beiden Weltkriegen geprägt. Diese Kriege hatten für die zivile Dorfbevölkerung nicht die verheerenden Folgen wie die der 30- bzw 7- jährigen Kriege, weil Menne lediglich am Karsamstag 1945 örtlicher Kriegsschauplatz war. An diesem Tage nahmen die Amerikaner das Dorf Menne ein. Dabei wurden die Häuser Schachten, Leifeld, Wiedemeier und Müller in Brand geschossen. Die Kriege haben aber durch die Anzahl der gefallenen Soldaten aus dem Dorf viel Schrecken verbreitet. Im ersten Weltkrieg sind 16 und im zweiten Weltkrieg 40 Menner Soldaten getötet worden. Außerdem kam ein Landwirt bei der Feldarbeit durch einen Bombenabwurf ums Leben. Darüber hinaus erschwerten die häufigen Fliegerangriffe auf die Eisenbahn und die Aufnahme von ca. 200 Evakuierten das Leben.

 

Der Schützenverein erinnert jährlich am Volkstrauertag an die Schrecken der Kriege.

 

Über die Zeit der Nazi-Diktatur wird in der Dorfchronik wenig berichtet, ebenso wenig über die Aufnahme und Integration der Vertriebenen und Flüchtlinge aus den Ostgebieten.

 

Das 20. Jahrhundert brachte dem Dorf viele Verbesserungen in der Infrastruktur. Dafür wurden 1913 die Wasserleitungen, 1922 das elektrische Ortsnetz, 1980-1982 die Kanalisation,1998-1999 die Gasleitungen und über die zweite Hälfte des Jahrhunderts verteilt das Telefonnetz angelegt.

 

Zum Bau der Gemeindehalle konnten ca. 44.000 DM gesammelt werden. Außerdem zeigten die Menner Bürger zu welchen Eigenleistungen sie fähig sind.

 

Das Menner Schwimmbad (hier bei der Eröffnung) konnte gebaut werden, weil über 100.000 DM Geldspenden und ca. 19.000 Arbeitsstunden von der Bevölkerung erbracht wurden. Darlehen waren nicht nötig.

 

Mit viel Mut und Opferbereitschaft baute man wichtige gemeindliche Einrichtungen. 1907 wurde das Schulgebäude erweitert, 1927 der Friedhof neu angelegt, 1956 eine neue große Schule mit Lehrerwohnhaus errichtet und 1963 die Leichenhalle gebaut. Zu besonderen Anstrengungen, sowohl bei der Eigenleistungen wie auch in der Sammlung von Spenden, war man für die Bauten der Gemeindehalle 1968-69 und des Schwimmbades 1972-74 bereit. Außerdem wurden 1982 die Kläranlage von der Stadt Warburg, 1994-1995 das Feuerwehrgerätehaus von Stadt und Löschgruppe Menne und 1995-1996 der Kindergarten von der Kinderlobby mit Unterstützung von Stadt und Schützenverein erstellt.

 

Der Menner Bürgermeister Josef Dierkes wurde 1975 zum ersten Bürgermeister der Stadt Warburg nach der kommunalen Neugliederung gewählt. Er  erreichte so großes Ansehen, dass er inzwischen zum Ehrenbürger ernannt wurde.

 

Das Dorf musste aber auch schwere Rückschläge hinnehmen. Der Bahnhof stellte 1970 seinen Betrieb ein, die Schule wurde 1973 aufgelöst und schließlich verlor das Dorf durch die kommunale Neugliederung zum 1.1. 1975 seine Selbständigkeit und wurde in die Stadt Warburg eingegliedert.

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