Menne Im Raps
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Heimatverein Menne e.V.

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Verstanden

Nach einem großen An- und Abmeldedurcheinander fanden sich letztlich 36 Teilnehmer, die mit dem Heimatverein am 11.8. nach Erfurt fahren wollten.

Das Wetter meinte es diesmal gut mit uns, und, da auch alle pünktlich waren, konnten wir um 7:00 Uhr unsere Reise etwas verschlafen, dafür aber gut gelaunt antreten.

Die erste Rast machten wir am alten Grenzübergang bei Eisenach, der zu einer Raststätte umgebaut worden ist. Der Preis von 2,90 € für den Pot Kaffee erregte manch bissige Bemerkung.

Gerd Schubert kommentierte die Pause wie folgt: „Erich Honecker würde sich im Grabe umdrehen, wenn er sehen könnte, was aus seiner modernen Grenzeinrichtung am antikapitalistischen Schutzwall geworden ist. Insbesondere wenn ihn selber die kapitalistischen Preise träfen“.

Die Fahrt verlief so glatt, dass wir eine halbe Stunde vor dem Treffen mit den Stadtführerinnen in Erfurt ankamen. Die Meisten nutzten die Zeit für einen Bummel über den angrenzenden Markt. Dann ging es endlich los. Wir wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und über die bauliche Entwicklung des Ensembles am Erfurter Dom informiert.

 

Der Dom St. Marien und die Pfarrkirche St. Severi

Insbesondere der Unterbau des Chores verwundert den Betrachter, erklärt sich aber, wenn erläutert wird, dass der zu klein geratene Dom erweitert werden sollte und auf dem Domberg kein Platz mehr war. Also hat man sich mit einem viaduktähnlichen Unterbau beholfen. Direkt neben dem Dom befindet sich die Pfarrkirche St. Severin.

Von da aus ging es durch enge Gassen zum Waidspeicherhaus.

Hier wurde uns erläutert, dass Erfurt im Mittelalter das Recht hatte, mit Färberwaid zu handeln. Es handelte sich beim Färberwaid um ein sehr teures Gut. Nur wenige Städte hatten das Privileg, Handel von Färberwaid durch Waidhändler zuzulassen. Der Handel war überaus gewinnbringend und führte in den Waidstädten zu einem vergleichsweise hohen Wohlstand. Der Herstellungsprozess von Färberwaid wurde uns wie folgt erklärt:

Die Blätter der gestochenen Waidpflanzen wurden gewaschen. Anschließend breitete man sie auf Wiesen aus und ließ die Blätter anwelken. Danach kamen sie unter das Rad der Waidmühle, welches sie zu Waidmus zerquetschte. Aus diesem Mus wurden faustgroße Bällchen geformt, die sogenannten Waidballen. Der getrocknete Ballenwaid wurde dann auf Fuhrwerke verladen und zum Waidmarkt gebracht, wo ihn die Waidjunker begutachteten und den Bauern abkauften. Erst die Waidhändler ließen das Halbprodukt weiterverarbeiteten, indem sie die Bällchen auf den Waidböden zerschlagen und mit Wasser sowie Urin anfeuchten ließen. Während der dann einsetzenden Gärung erfolgte die Umwandlung zum Farbstoff. Für das im Herstellungsprozess des Farbstoffs benötigte Alkali wurde Waidasche aus Buchenholz verwendet. Wegen des Holzschutzeffektes (gehemmtes Pilzwachstum) eignet sich die aus Färberwaid gewonnene blaue Farbe auch zum Streichen von beispielsweise Türen, Deckenbalken und Kircheninnenräumen. Der hohe Einsatz von Urin in den Waidspeicherhäusern trug natürlich nicht gerade zur Verbesserung der Stadtluft bei.

Durch enge Gassen ging es weiter zur Allerheiligenkirche, deren merkwürdiger Grundriss sich durch die umgebenden Gassen ergibt. Hier konnten wir im Inneren ein Columbarium besichtigen. In der Allerheiligengasse waren sehr schön sanierte und nicht sanierte Gebäude zu sehen. Am Ende der Straße besichtigten wir die Michaelskirche mit ihrem sehr anheimelden Innenhof.

Dann überquerten wir die Gera mit Blick auf die Krämerbrücke über die wir dann den Fischmarkt mit seinen prächtigen Bürgerhäusern und dem Rathaus erreichten. Hier war unsere Führung beendet.

Einige von uns legten im Biergarten des Augustiners mit prächtiger Aussicht auf die Krämerbrücke ihre Mittagspause ein.

Der Nachmittag wurde in eigener Regie gestaltet. Man konnte die Einkaufsstraßen und - oder die Festung besichtigen.

Gegen 17:00 traten wir zufrieden den Rückweg an.

Unser Fazit: Erfurt ist eine richtig schöne Stadt, deren Besuch sich auf jeden Fall gelohnt hat.

 

 

Das „Haus zum breiten Herd“ am Fischmarkt gehörte auch einem Waidhändler

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